Vorrundenfazit – Rußland 2018

Die Vorrunde ist gespielt, Zeit für eine Auswertung meiner Tipps und für einige Anmerkungen zum Turnier.

In der Gruppe A hatte ich Uruguay vor Ägypten, Saudi-Arabien und Rußland gesehen. Tatsächlich hat der Gastgeber sich nicht blamiert, sondern ist mit zwei Siegen zu Beginn ins Achtelfinale eingezogen und hat gewissermaßen mit Ägypten die Plätze getauscht, verglichen mit meinen Tipps. Gegen seltsam gehemmte Spanier ist dann für den Gastgeber aber Schluß, während das wie immer zähe Uruguay gegen das zynische Portugal den Kürzeren ziehen wird. In der Gruppe  B haben Marokko zum Teil eine „chöne Chow“ (Michael Palin als Pontius Pilatus)  geboten, aber wie von mir vorhergesagt frühzeitig den Heimweg angetreten. Der gute Amine Harit hatte einen guten Auftritt im ersten Spiel. Immerhin. Zwischenfazit: Aus Gruppe A und B drei  von vier Achtelfinalisten korrekt vorhergesagt.

Zynismus und Souveränität

In der Gruppe C hat sich Frankreich vor Dänemark durchgesetzt, ich hatte Peru auf Platz zwei getippt. Es war nicht mit Jeffs Abgewichstheit, die ich prognostiziert hatte. Frankreich empfand ich als lahm und enttäuschend, ähnlich zynisch wie Portugal. So ein Zynismus kann eine Mannschaft aber weit bringen in so einem Turnier. Frankreich allerdings nicht, im Achtelfinale gegen Argentinien ist Schluß. Argentinien, das in Gruppe D sich so gerade eben durchgesetzt hat, hinter souveränen Kroaten, vor Nigeria und Island, exakt wie von mir vorhergesagt. Die Kroaten werden sich dann auch gegen die Dänen durchsetzen. Aus den Gruppen C und D habe ich somit ebenfalls drei von vier Achtelfinalisten richtig getippt.

Kommen wir kurz zur Gruppe E, deren Ausgang ich ebenfalls genau vorhersagt habe, Brasilien vor der Schweiz, Serbien und Costa Rica. Die Gegner kommen aus der Schland-Gruppe F, nur ohne Schland.

Schland raus

Und in der Gruppe F habe ich schön daneben gegriffen, Schweden Gruppenerster, Deutschland Letzter, nur Mexiko hatte ich korrekt auf Platz zwei gesehen. Tja, da ist den Herren Löw und Bierhoff sowie dem DFB das Projekt Titelverteidigung der „Best,“ die #zsmmn „never rest“, so richtig um die Ohren geflogen. Nicht das Aus im Achtelfinale gegen die Schweiz, wie von mir vorhergesagt, sondern einfach schon mal in der Vorrunde. Kaderauswahl, Aufstellungen, Taktik, Coaching, Quartierwahl, das Özil-Gündogan-Erdogan-Gate, das Fehlen von Führungsspielern, das Fehlen der Konzentration eines jeden einzelnen, kein Mannschaftsgefühl. Viele einzelne Fehler, soeben stichwortartig genannt, kamen zusammen. Nicht alles waren große Sachen, das Özil-Gündogan-Erdogan-Gate war eine, aber das hätte man durch besseres Krisenmangement vielleicht besser einfangen können. Wie auch bei politischen Affären, oft ist nicht der Fakt, der die schlimmen Folgen bewirkt. Sondern der Umgang damit. Jetzt  ist der geneigte Beobachter gespannt, wie der DFB mit dem sportlich miserablen Fakt „WM-Vorrundenaus“ umgehen wird. „Selbstherrlich“, die Vokabel hat Löw selbst nach dem Südkorea-Spiel benutzt. Mehr Demut, sage ich. Eine Vokabel, die man allerdings mit dem DFB der letzten Jahre ganz gewiss nicht in Verbindung bringt.

Aufregend: Belgien und England

Weiter zur Gruppe G, in der schließlich Belgien vor England, beide mit teilweise aufregenden Darbietungen, vor Tunesien vor Panama ins Ziel kamen. Als hätten sie vorher meinen Tipp gelesen.

In der Gruppe H schmissen Polen und Japan durch einen Nichtangriffspakt in den letzten Minuten des letzten Gruppenspiels gewissermaßen den Senegal aus dem Turnier, weil Japan in der Fairplay-Wertung vor Senegal lag. Durch Unfairneß in den Genuß der Fairneßwertung gekommen. Fußball-WM-Dialektik. Ein japanischer Spieler, ich glaube, es war Gotoku Sakai, sagte anschließend so etwas wie „So ist professioneller Fußball“. Stimmt. Fairer Sportsgeist und professionelles Verhalten, Cleverness sind zwar keine Gegensatzpaare, aber professionelle Cleverneß kommt gut ohne Sportsgeist aus. Nichts neues, allerdings. Im Ergebnis steht so keine afrikanische Mannschaft im Achtelfinale. In dieser Gruppe lag ich mit meinen Tipps am weitesten daneben, ich hatte Senegal und Polen im Achtelfinale gesehen.

Macht aus den Gruppen E bis H fünf von acht Achtelfinalisten, die ich richtig getippt hatte. Insgesamt elf von sechzehn. Ist das jetzt gut oder schlecht? Qualifiziert mich das für höhere Experten-Weihen? Was haben Basler/Effe/Lodda, was ich nicht habe? (Jetzt von der ein oder anderen Torbeteiligung mehr als ich, dem ein oder anderen Titel mehr als ich, einer einigermaßen validen Fußballer-Karriere im Vergleich zu mir mal abgesehen ….)

Alles in allem hat die WM bis jetzt durchaus Spaß gemacht. Ich werde sie weiter beobachten, aber in diesem Theater nicht mehr darüber schreiben. So langsam wird es Zeit, sich wieder mit dem S04 zu beschäftigen, der nur noch mit einem aktiven Spieler im Turnier vertreten ist, nämlich dem frisch gebackenen Papa Breel Embolo.

Glück auf!

Was bisher geschah – Rußland 2018

Nullvier Tage sind gespielt bei der WM. Das Turnier hat sofort Fahrt aufgenommen,  Gastgeber Rußland durfte sich gegen handzahme Saudis lustvoll warm- und ins Turnier schießen, Spanien und Portugal zeigten einen richtig geilen Kick, Kroatien und Serbien mit Auftaktsiegen, Frankreich scheißt sich ein vor Glück, Messi verschießt ’nen Elfer, Brasilien nur 1-1 gegen die Schweiz und was war mit Schland? Weiter lesen… Was bisher geschah – Rußland 2018