WM-Vorhersage Teil 1 – Rußland 2018

Morgen beginnt die Fußball-WM in Rußland, hier der erste Teil meiner Gruppentipps, wer belegt die Plätze 1 bis 4 in den Gruppen A – D. Inspiriert u.a. durch das 11Freunde-WM-Sonderheft sowie diverse Podcasts (zum Beispiel Rasenfunk und meinsportradio).

Gruppe A

  1. Uruguay – Der erste Ausrichter und Weltmeister der WM-Geschichte und gefühlt irgendwie immer dabei. Angeleitet von Oscar Washington Tabarez, dem ältesten Trainer im Turnier, werden die „Urus“ mit einer Mischung aus sehr solider Defensive und beachtlicher Offensivqualität (Suarez/Cavani) die Gruppe A gewinnen. Woher kommt eigentlich die Abbreviatur „Urus“?
  2. Ägypten – Mohammed Salah! Und außerdem: Mohammed Salah, einer der aufregendsten Fußballer der Welt aktuell. Sergio Ramos konnte ihn lediglich erfolgreich aus dem Champions-Leauge-Finale werfen. Auf ihm ruhen die Hoffnungen einer Mannschaft, die sich durch ein Tor von Salah erstmals seit 1990 für das Turnier qualifiziert hat. Mit zwei deutschen Nationalspielern teilt er einen unguten Hang zum PR-Auftritt zugunsten despotischer Politiker. Unabhängig davon führt er seine Ägypter auf den zweiten Gruppenplatz.
  3. Saudi-Arabien – Wer den Titelverteidiger im letzten Testspiel so ärgern kann, schafft das auch mit dem Gastgeber im Eröffnungsspiel. Dort wird es für den einzigen Sieg im Turnier reichen. Ergibt dann den dritten Platz in der Gruppe.
  4. Rußland – Der Gastgeber tritt mit einer Trümmertruppe an. Gut acht Jahre hatte man seit der Vergabe Zeit, eine Mannschaft auf dieses Turnier hin zu entwickeln. Das hat nicht geklappt. Dann hat man bei der Gruppenauslosung dem Gastgeber eine vermeintlich leicht anmutende Gruppe zugelost. Natürlich wurde da nicht manipuliert, und wenn, dann erfahren wir das frühestens 2038. Auch das wird den Russen nichts bringen, genausowenig wie Doping, das es ja im Fußball bekanntlich nicht gibt. Raus wohl ohne Applaus.

Gruppe B

  1. Spanien – Einer der Topfavoriten, mit einem gewissen Andrés Iniesta auf seiner Abschiedstournee im Dress der „furia roja“. Der Weltmeister von 2010 hat etwas gutzumachen, nach dem Gruppenaus bei der WM 2014. Beim Testspiel gegen Deutschland im März konnte man sehen, daß die Spanier tatsächlich wissen, was sie auf dem Platz zu tun haben, und das nicht nur vorgeben. Der spanische Trainer Julen Lopetegui übernimmt nach dem Turnier Real Madrid. Ob das bei den Barca-Spielern im Kader gut ankommt?
    Update: Dieser Blog-Eintrag ging heute, am 13.06.2018, um 10 Uhr online. Soeben, um 12 Uhr, hat der spanische Verband verkündet, Nationaltrainer Julen Lopetegui noch vor Turnierbeginn zu entlassen. Einen Tag, nachdem das Engagement des Trainers bei Real Madrid ab der kommenden Saison bekanntgegeben worden war. Das ist mal ein Kracher. Die Prognose für Gruppe bleibt dessen ungeachtet so, wie sie ist.
  2. Portugal – Der Europameister. Immer noch trainiert von Fernando Santos, dem Europameister-Trainer. Immer noch mit CR7 im Kader. Außerdem die älteste Mannschaft im Turnier. Erfahrung klingt nicht sexy, kann eine Mannschaft aber weit bringen.
  3. Marokko – Erste WM-Teilnahme seit 1998. An WM-Erfahrung ist Marokko also nicht so reich. Das gilt natürlich auch für unseren Schalker und Bundesliga Rookie des Jahres, Amine Harit. Und, Señor Ramos, wenn Sie es wagen sollten, Harit richtig wehzutun – Schalker haben ein großes Herz, können aber auch sehr nachtragend sein. In einer Gruppe mit Spanien und Portugal reicht es nur zum dritten Platz.
  4. Iran – Falloutobst.

Gruppe C

  1. Frankreich – Der Vize-Europameister. Unfassbar viel und viel junges Talent. Hier die Liga-Teams, bei denen die französischen Spieler ihren Liga-Dienst tun: Tottenham, Olympique, Barca, Atletico, PSG, ManCity, Real, Chelsea, Monaco, Juve, Bayern, ManUnited. Wenn nicht Frankreich ein Topfavorit ist, wer dann?
  2. Peru – Man könnte ja sagen, daß eine Mannschaft mit zwei abgehalfterten alten Bundesliga-Säcken wie Jefferson Farfan und Paolo Guerrero im Sturm einfach zu alt und zu WM-unerfahren (erste Teilnahme seit 1982) und überhaupt ist. Dazu die Doping-Sperre nach Kokain-Mißbrauch gegen Guerrero, die kurz vor dem Turnier erst wieder aufgehoben wurde. Aber nichtsdestotrotz, Peru wird eine der Geschichten dieser WM. Bereits in der Qualifikation haben sie beachtliche Leidensfähigkeit bewiesen, die ihnen zumindest durch die Gruppenphase helfen wird. Dazu Jeffs Abgewichstheit und schon winkt das Achtelfinale.
  3. Dänemark – Hat auch beachtliches Talent aufzubieten. Aber im Duell um Gruppenplatz zwei setzt sich ein abgewichstes Peru auf historischer Mission durch. Diesmal kein „danish dynamite“.
  4. Australien – Die Aussies kommen meist sympathisch rüber. Wer hätte ihnen nicht gegönnt, 2006 Italien im Achtelfinale rausgeschmissen zu haben? Mehr als Sympathie ist diese Reise aber nicht drin, nicht in dieser Gruppe.

Gruppe D

  1. Kroatien – Wo wir bei Talent waren: Ein Mittelfeld zum Beispiel mit Kovacic, Rakitic und Modric. Im Angriff Mandzukic, Kramaric, Perisic, Pjaca, Rebic. So werden sie nicht spielen, aber da fällt die Auswahl nicht so einfach. Einfach haben sie es sich auch nicht inder Qualifikation nicht gemacht. Dennoch, in einer recht anspruchsvollen Gruppe setzt sich Kroatien als Gruppensieger durch.
  2. Argentinien – Der Vize-Weltmeister. Bei den letzten drei Weltmeisterschaften immer an der „Mannschaft“ gescheitert. Leo Messi spielt im Alter von 32 seine vierte (und letzte?) WM. Aus denen werde ich nicht schlau: Mit Ach und Krach für die WM qualifiziert. Ein 1-6 im Testspiel gegen Spanien. Ein Verband, der ein ziemlicher Sauhaufen zu sein scheint. Spielerstreik in der Liga. Aber wenn ich einigermaßen unbefangen auf die Kaderliste schaue, dann reicht es für die Qualifikation für das Achtelfinale. Mindestens.
  3. Nigeria –  Hat das Vergnügen, zum fünften Mal bei einer WM (bei sechs Teilnahmen) in der Gruppenphase auf Argentinien zu treffen. Dem Vernehmen nach hat auch Trainer Gernot Rohr die Qual der Wahl aus vielen Talenten. Er wird dabei unterstützt von Jay-Jay Okocha, dessen Neffe Alex Iwobi (Arsenal) das entscheidende Qualifikations-Tor schoß, Viktor Ikpeba sowie einem gewissen Viktor Agali. Dennoch reicht es für die Super Eagles nicht zum Weiterkommen. Mir fehlt die Vorstellungskraft, daß Argentinien nach der Vorrunde rausfliegt.
  4. Island – Die Sympathieträger der EM in Frankreich. „Hu“, durchdrehende TV-Reporter und so weiter. Alles schön und gut. Märchen lassen sich nicht beliebig reproduzieren. Nicht in dieser Gruppe, in der sich drei voraussichtlich ziemlich starke Teams um zwei Plätze fürs Achtelfinale streiten. Bei der Euro 2020 dann wieder.

Morgen dann vor dem Turnierstart die Gruppen E bis H.

Glück auf!

Alles klappt, nur der Plan geht nicht auf. Unser Senf zum Spiel.

Nach der verdienten Niederlage gegen Rasenbumssport Leipzig, dem selbstverschuldeten Unentschieden gegen Hannover, und der schon leicht aufkommenden, altbekannten rauen Stimmung im Schalker Umfeld ob des Goretzka Wechsels begann das Sportjahr 2018 doch irgendwie wie man es kennt: sportlich durchwachsen und mit allerlei Nebenkriegsschauplätzen.

Von all dem lies sich Tedesco aber keineswegs beunruhigen und stellte die Mannschaft sehr gut und im Grunde recht einfach auf die zu Hause sehr guten Stuttgarter (vor dem Spielplatz Rang 5 der Heimtabelle) ein: abwarten und auskontern!

Muss man sich mal vorstellen, da will man den Gegner nur auskontern, führt früh beinahe ohne zutun mit 2:0 und wirklich alles spielt dem Matchplan in die Karten und was funktioniert partout nicht? An der Stelle müssen wir natürlich über Konoplyanka reden. Selbstverständlich muss er den Ball in der 64. Minute einschieben, auch wenn das mit nem Verteidiger mittig vor ihm im Tor garantiert auch einfacher aussieht als es schlussendlich ist.

Aber: so schlecht diese Szene war, so gut war sein restliches Spiel über 80 Minuten. Kono hatte die meisten Torschüsse, die meisten Sprints, die zweitmeisten „intensiven Läufe“ (ab wann ist ein Lauf eigentlich intensiv?) und die zweitmeisten Flanken im Schalker Spiel. Zudem spielte er Goretzka im Strafraum vor dem Elfer an, kam mehrfach im Strafraum zu aussichtsreichen Abschlüssen und hätte beinahe Burgstaller noch ein Tor vorgelegt. Einen großen Anteil am Spiel hatte Kono also in jedem Fall, mit einer ähnlichen, wenn auch unauffälligeren Leistung wie Harit. Der holte den Freistoß zum ersten Tor heraus und erzielte das zweite selbst, hätte zudem noch Kono eins auflegen können.

So entscheiden schlussendlich Zentimeter in den falschen Situationen zwischen dem Status des Matchwinners und des Prügelknaben. Solang Tedesco die Kritik an sowas so kalt lässt wie die Pfiffe gegenüber Goretzka, werden wir auch noch weitere gute Spiele von Konoplyanka sehen – dann aber auch trotzdem noch lieber mit Torbeteiligung 😉

Die No.1 im Pott sind wir. Unser Senf zum Derby.

Ich bin sehr aufgewühlt. Das war in den 20 Jahren meiner Liebe für den S04 sicher das unglaublichste Derby. Es war ein Beleg für den Mythos Schalke. Der Beleg, dass der Verein einzigartig, dass Fußball einzigartig, dass die Rivalität zwischen den beiden Vereinen einzigartig ist.

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Keine große Sache, liebe Hertha – unser Senf zum Spiel

Schalke gewinnt nach 2013 endlich mal wieder in der Hauptstadt und zum zweiten mal auswärts in dieser Bundesligasaison. Einige von uns waren dabei, hier einige Beobachtungen und Eindrücke zum (Heim)Spiel in Berlin – aus Sicht eines Berliner Schalkers und den Ruhrpott-Schalkern:

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2. Spieltag: Hannover – Schalke, unser Senf zum Spiel

Das alte Schalker Führungsduo schlägt das neue, mit den Mitteln die man eigentlich gern auf Schalke sehen möchte: hohes Pressing, Zweikampfstärke und läuferischem Einsatz bis zum Umfallen. Wir geben wieder unseren Senf dazu:

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1. Spieltag: Schalke – Leipzig, unser Senf zum Spiel

Schalke besiegt Rasenbums-Sport mit zwei zu null. Neben einer Stadiondurchsage, die sicher vielen im Gedächtnis bleibt und Timo Werner als Phantom auf dem Videowürfel, gibt es noch genug über das Spiel zu sagen. Philipp und Max haben ihre Gedanken zum Sieg niedergeschrieben:

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