Von tanzenden Regenwürmern – der etwas andere Blick aufs Spiel

Sein erstes Mal wird wohl niemand so recht vergessen: Diese kribbelige Vorfreude, das Zittern und die Aufgeregtheit. Und dann der Anblick von wippenden, bebenden, äh,

Menschenmassen, natürlich. Wenn man dann wirklich im Stadion steht, zum ersten Mal.

Mein erstes Mal war irgendwann in den Achtzigern. In einer zugigen Betonschüssel, gegen so einen prominenten Gegner wie, sagen wir mal, Darmstadt 98. Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur noch, wie Klaus Täuber den Endstand von 3:1 hergestellt hat und wie ekstatisch diese wiegende Masse von bestimmt fast 20.000 Fans gefeiert hat. Damals, in der guten alten Zeit, als Hooligans noch fröhlich die Südkurve aufmischen durften und ich zufällig mittendrin stand.

Diese Gedanken hatte ich gestern abend, als ich nun mit meiner Tochter das erste Mal im Stadion war, wir die Treppenaufgänge mit dem Aufzug hochfuhren und ich einen kurzen Blick auf das Hotel werfen konnte. Genau da, wo ich das erste Mal stand, steht jetzt ein Holiday Inn. Auch nicht schlecht.

 

Nun also die Tochter. Die letzten 2 Tage konnte sie kaum schlafen. Alleine die Bahnfahrt von Buer zum Stadion kann jemanden vom Land schon in Entzücken versetzen. Der Anblick des Tempels in der Dunkelheit, das blaue Lichtband der Seligkeit. Tausende Menschen auf einem Haufen. Ich hatte sie zwar vorher gebrieft, dass nicht unbedingt alle Manieren auch manierlich sind im Stadion, aber der Mund stand trotzdem unentwegt offen.

Das Steigerlied im Dunkeln. Wahnsinn. 60.000 Schals, Hunderte Fahnen. Das mit den Augen eines 8-jährigen zu sehen, das macht schon Pipi in die Augen.

Und der Rest vom Spiel?

Für meine Stammhalterin der helle Wahnsinn, den Jubel (wenigstens einmal kurz) und die Aufregung mitzuerleben. Sie hat Gott sei Dank vom Spiel nicht so viel gesehen, und musste so weniger ertragen als wir. Mit Blick auf die Nordkurve sagte sie erst ehrfürchtig: Die machen aber Krach. Guck mal, wenn die die Arme hochheben, sieht das aus wie tanzende Regenwürmer.

Wie so ein kindlich-naiver Blick doch schön sein kann: Unsereins plagt sich damit herum, dass das Spiel eher zäh läuft, wir zu viele Fehler machen und gute Kombinationen eher eine Seltenheit sind. Die Stimmung war mal deutlich besser, gerade gegen Leverkusen brennt sonst eher mal der Baum.

Und während wir uns zwischendurch immer mal wieder fragen, wie wir mit so einer Spielweise überhaupt noch Fannachwuchs kriegen sollen, brauchen wir uns einfach nur unsere Kleinen angucken:

Entrückter Blick, auch um elf Uhr nachts hüpfte sie noch herum vor Aufregung. Weil sie in der verschwitzten und völlig beschlagenen Straßenbahn mit ihrem Sitznachbarn einen Wettbewerb im Scheiben-Wischen gewonnen hat.

In diesem Sinne, einfach locker bleiben…

7. Spieltag: FC Schalke 04 – Bayer Leverkusen 1:1. Unser Senf zum Spiel

Dieses Spiel hat sehr gut gezeigt, wo das Team um Domenico Tedesco derzeit steht. Viel Engagement, viel Laufbereitschaft, taktische Disziplin, mannschaftliche Geschlossenheit und Ausgewogenheit. Aber auch fehlende Funktionen im offensiven Drittel und noch ausbaufähige Konterstärke und Killerinstinkt vor dem gegnerischen Tor.
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6. Spieltag: Hoffenheim – Schalke, unser Senf zum Spiel

Eine der wenigen englischen Wochen in dieser Saison ohne internationale Spiele liegt hinter uns. Sie brachte Diskussionen um Handspiele und Videoschiedsrichter, knackige 0:5 Tore und 0 Punkte. Angesichts dieser Werte, wäre es eigentlich üblich auf Schalke mal wieder Weltuntergangsstimmung auszurufen und Keller, Di Matteo, Breitenreiter, Weinzierl, Tedesco bitten den Hut zu nehmen. Die Gefühlslage ist aber schon eine etwas andere.

Max:

Hoffenheim ist unter Julian Nagelsmann zu einer Spitzenmannschaft gereift, das ist spätestens seit dem Championsleague Einzug der letzten Saison klar. Dass Schalke da auch wieder hin will, hin muss, auch. Ebenso aber auch ist klar, dass Schalke für diese Ansprüche noch nicht weit genug ist, die Entwicklung ist aber da.

Während in den ersten Spielen der Fokus mehrheitlich auf schnellen Kontern über Harit und Konoplyanka lag, wurde gegen Hoffenheim – gezwungenermaßen – gezeigt dass die Mannschaft grundsätzlich auch mit Ballbesitzspiel und hohem gegnerischen Pressing klar kommen kann. Während Hoffheim sich auf Konter und Pressing beschränkte, schaffte es Schalke zumeist  Konter im Keim zu ersticken und vor allem das Pressing effektiv zu umspielen, sodass gerade die zweite Halbzeit sich beinahe nur in der Hoffenheimer Hälfte abspielte.

Ja, das Spiel ging verloren, all das positive im Schalker Spiel rückt durch kleine aber entscheidende Fehler etwas in den Hintergrund, dennoch:

Unter Domenico Tedesco hat Schalke endlich einen klaren Plan, einen wieder zu erkennenden Spielstil. Im Gegensatz zu den letzten Jahren kann ich nach Niederlagen positiv auf das nächste Spiel sehen, denn es ist erkennbar, dass dort Potential ist, dass etwas zusammenwächst, dass die Mannschaft lernt und vor allem, dass sie nicht aufgibt oder in Lethargie verfällt, selbst bei einem 0:2 Rückstand gegen die Bayern. Mir gefällt das, und ich bin fest davon überzeugt dass diese Mannschaft in dieser Saison noch viele Punkte sammeln wird.

5. Spieltag, Schalke-Bayern: Wie war’s so? Unser Senf zum Spiel

Naldo grätscht den Ball im Duell mit James Rodriguez im 16er an der Torlinie zur Ecke, dabei springt der Ball an seinen Arm.

Der Schiri erst so „Ecke“.

Dann der Video-Schiri („VAR“) so „Stimmt nicht“.

Der Schiri dann so „OK, dann eben Elfer.“

Die Schalker Spieler auf dem Platz so Weiter lesen… 5. Spieltag, Schalke-Bayern: Wie war’s so? Unser Senf zum Spiel

Was wir Fans tun können, um Identität zu schaffen

Ich gebe zu, ich schäme mich ein wenig. Weil ich mit einem Satz starte, der von unserem Nachbarn stammt. Ein Zitat von Jürgen Klopp, aus einer Werbung mit der Volksbank. Man muss zugeben, dass dieser Spot wahrscheinlich das Authentischste und Passendste war, was der Werbemarkt hergab. Zumindest nach Rudi Assauer und seine Thomallasche mit ihrem „Nur gucken, nicht anfassen“…
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3. Spieltag: Schalke – Stuttgart, unser Senf zum Spiel

Spiel 1 nach Höwedes, die Banner in der Nordkurve kritisieren die Ein- und Verkaufspolitik des Vereins, Uchida wird offiziell verabschiedet, der Video Schiedsrichter sorgt wieder einmal für Gerechtigkeit und Naldo feiert seinen Geburtstag mit einem „Kopfball“-Tor. Das hätte er sich so doch eigentlich auch gern gegen Hannover erlauben dürfen…. Wie geht’s eigentlich Leon Andreasen? Weiter lesen… 3. Spieltag: Schalke – Stuttgart, unser Senf zum Spiel