Keine große Sache, liebe Hertha – unser Senf zum Spiel

Schalke gewinnt nach 2013 endlich mal wieder in der Hauptstadt und zum zweiten mal auswärts in dieser Bundesligasaison. Einige von uns waren dabei, hier einige Beobachtungen und Eindrücke zum (Heim)Spiel in Berlin – aus Sicht eines Berliner Schalkers und den Ruhrpott-Schalkern:

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Die Kommune liest (2): Wir Wochenendrebellen

Der Trend geht zum Zweitbuch, so Mitbewohner Chris, auch hier bei uns. Aus dem Regal nehmen wir heute „Wir Wochenendrebellen„.

 

Foto: Sabrina Nagel, www.siesah.de

Vater und Sohn suchen für den Sohn einen Verein, und zu diesem Zweck reisen der Vater Marco und sein Sohn Jason seit 2011 durch (nicht nur) Deutschlands Fußballstadien von Bundesliga bis Dritter Liga. Als „Wochenendrebellen“. Das klingt erst mal nicht so ungewöhnlich. Ist es aber doch.

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Von tanzenden Regenwürmern – der etwas andere Blick aufs Spiel

Sein erstes Mal wird wohl niemand so recht vergessen: Diese kribbelige Vorfreude, das Zittern und die Aufgeregtheit. Und dann der Anblick von wippenden, bebenden, äh,

Menschenmassen, natürlich. Wenn man dann wirklich im Stadion steht, zum ersten Mal.

Mein erstes Mal war irgendwann in den Achtzigern. In einer zugigen Betonschüssel, gegen so einen prominenten Gegner wie, sagen wir mal, Darmstadt 98. Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur noch, wie Klaus Täuber den Endstand von 3:1 hergestellt hat und wie ekstatisch diese wiegende Masse von bestimmt fast 20.000 Fans gefeiert hat. Damals, in der guten alten Zeit, als Hooligans noch fröhlich die Südkurve aufmischen durften und ich zufällig mittendrin stand.

Diese Gedanken hatte ich gestern abend, als ich nun mit meiner Tochter das erste Mal im Stadion war, wir die Treppenaufgänge mit dem Aufzug hochfuhren und ich einen kurzen Blick auf das Hotel werfen konnte. Genau da, wo ich das erste Mal stand, steht jetzt ein Holiday Inn. Auch nicht schlecht.

 

Nun also die Tochter. Die letzten 2 Tage konnte sie kaum schlafen. Alleine die Bahnfahrt von Buer zum Stadion kann jemanden vom Land schon in Entzücken versetzen. Der Anblick des Tempels in der Dunkelheit, das blaue Lichtband der Seligkeit. Tausende Menschen auf einem Haufen. Ich hatte sie zwar vorher gebrieft, dass nicht unbedingt alle Manieren auch manierlich sind im Stadion, aber der Mund stand trotzdem unentwegt offen.

Das Steigerlied im Dunkeln. Wahnsinn. 60.000 Schals, Hunderte Fahnen. Das mit den Augen eines 8-jährigen zu sehen, das macht schon Pipi in die Augen.

Und der Rest vom Spiel?

Für meine Stammhalterin der helle Wahnsinn, den Jubel (wenigstens einmal kurz) und die Aufregung mitzuerleben. Sie hat Gott sei Dank vom Spiel nicht so viel gesehen, und musste so weniger ertragen als wir. Mit Blick auf die Nordkurve sagte sie erst ehrfürchtig: Die machen aber Krach. Guck mal, wenn die die Arme hochheben, sieht das aus wie tanzende Regenwürmer.

Wie so ein kindlich-naiver Blick doch schön sein kann: Unsereins plagt sich damit herum, dass das Spiel eher zäh läuft, wir zu viele Fehler machen und gute Kombinationen eher eine Seltenheit sind. Die Stimmung war mal deutlich besser, gerade gegen Leverkusen brennt sonst eher mal der Baum.

Und während wir uns zwischendurch immer mal wieder fragen, wie wir mit so einer Spielweise überhaupt noch Fannachwuchs kriegen sollen, brauchen wir uns einfach nur unsere Kleinen angucken:

Entrückter Blick, auch um elf Uhr nachts hüpfte sie noch herum vor Aufregung. Weil sie in der verschwitzten und völlig beschlagenen Straßenbahn mit ihrem Sitznachbarn einen Wettbewerb im Scheiben-Wischen gewonnen hat.

In diesem Sinne, einfach locker bleiben…

5. Spieltag, Schalke-Bayern: Wie war’s so? Unser Senf zum Spiel

Naldo grätscht den Ball im Duell mit James Rodriguez im 16er an der Torlinie zur Ecke, dabei springt der Ball an seinen Arm.

Der Schiri erst so „Ecke“.

Dann der Video-Schiri („VAR“) so „Stimmt nicht“.

Der Schiri dann so „OK, dann eben Elfer.“

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Was wir Fans tun können, um Identität zu schaffen

Ich gebe zu, ich schäme mich ein wenig. Weil ich mit einem Satz starte, der von unserem Nachbarn stammt. Ein Zitat von Jürgen Klopp, aus einer Werbung mit der Volksbank. Man muss zugeben, dass dieser Spot wahrscheinlich das Authentischste und Passendste war, was der Werbemarkt hergab. Zumindest nach Rudi Assauer und seine Thomallasche mit ihrem „Nur gucken, nicht anfassen“…
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Warum der Wechsel von Höwedes und Geis ein Zeichen für Kontinuität sein kann

Zugegeben, ich schreibe bewusst: Sein kann. Denn ich bin nicht Christian Heidel, also kann ich nicht genau wissen, welche Entscheidungsgrundlagen vorhanden waren.

Spekuliert wird ja wieder sehr viel: Wir haben kein Geld und sparen uns den Erfolg kaputt. Wir müssen unser Tafelsilber verschärbeln. Wir (der Verein) sind ein Opfer eines dummen Machtgehabes zwischen Höwedes und Tedesco. Heidel kann Schalke nicht. Tedesco ist ein Anfänger. Geschrieben und gemutmaßt worden ist sehr viel.

Viel davon war das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde. Also tue ich meinen Senf gerne auch einmal dazu. Gerne einmal aus einer anderen Perspektive: Die der Personalstrategie.

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Was tut so weh? Zur Causa Höwedes.

 

Tatsächlich:  Benedikt Höwedes verlässt – zumindest vorerst – den FC Schalke 04. Es hätte so schön sein können, mit einer gut gelaufenen Vorbereitung, wenig Verletzten, einem erfolgreichen Spiel gegen den Vizemeister Leipzig. Nun das. Mitbewohner Joe kommentiert: „Das Thema wird zu hoch gehängt“. Ich teile die Meinung. Aber das wird weite Teile der Schalker-Fanwelt nicht von Unmutsäußerungen abhalten.

Was tut so weh?

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