Als Fünfter kriegste Fünf – Unser Senf zum Spiel (FCB-S04)

Vor dem Spiel gestern abend war im TV zu sehen, wie sich David Wagner und Hansi Flick begrüßten. Ob die Unterhaltung so verlief?

Wagner: Hansi, schön Dich zu sehen, gib mir fünf. Hebt die Hand zum Abklatschen.

Flick (Hand unten): Noch etwas Geduld, David.

Wie dem auch gewesen sein mag, sicher ist, daß Schalke verdient verloren, die Bayern auch in der Höhe verdient gewonnen haben. Ich bin sogar dankbar für die Niederlage. Warum?Allen Schalker Träumern dürfte seit gestern klar sein, wohin die Reise in dieser Saison geht. Platz fünf ist das höchste der Gefühle. Schalke hat eine gute, junge Mittelklasse-Mannschaft, die in einer spannenden Entwicklung ist, worauf Wagner in der Pressekonferenz zu recht nochmals hinwies. Nur Träume von dem „Mehr“, die nach dem Spiel gegen Gladbach reiften – ein klitzeklein wenig auch bei mir -, die gehören ihrerseits ins Reich der Träume.

Dankbar war ich auch für das Tönnies-Interview vor dem Spiel. Warum das? Man konnte mal wieder sehen, was für ein selbstgerechter, larmoyanter Typ der Große Vorsitzende Clemens Tönnies ist, der außerdem immer noch nicht verstanden hat oder verstehen will, was er mit seiner Rede auf dem Tag des Handwerks angerichtet hat. Tönnies hat sich nicht verstellt, sondern seine ungefilterte Sicht der Dinge („Ich wurde falsch verstanden.“) kundgetan; sein Kumpel Lodda assistiert dazu: „Er hat sich entschuldigt und damit ist es erledigt.“ Wissta Bescheid. Die beiden Südosteuropa-Experten – der eine im Hinblick auf billige Arbeitskräfte, der andere im Hinblick auf Lebensabschnittsgefährtinnen – sind sich einig, zwei Bumsbrüder im Geiste. Ja, es erfordert mitunter immense psychische Verdrängungsleistungen, Fußball-Fan zu sein und diesen Zirkus total töfte zu finden.

Undankbar wiederum ist die Aufgabe für David Wagner und sein Trainerteam hinsichtlich der Frage, wer gegen Hertha im Tor steht. Schubert oder Nübel? Kurzfristige Erfolgssicherung versus mittelfristige Entwicklung eines Talents. Nur ist Nübel wirklich ein so viel besserer Torhüter als Schubert? Eine stabile Saison hat Nübel bislang auch nicht gespielt. Aber egal, wie Wagner sich entscheidet, so steht eines fest: Es wird ein Schalker Spieler im Tor stehen.

Für uns Berliner Schalke steigt am Freitag abend unser Heimspiel. Ick freu mir drauf.

Glück auf.

Joe

Joe

Schalker, Berliner, Sauerländer, Jurist & Betriebswirt, Jahrgang 73, und nun auch noch Blogger und Kommmunen-Mitgründer.
Joe

Ein Kommentar zu “Als Fünfter kriegste Fünf – Unser Senf zum Spiel (FCB-S04)

  1. Also, das mit dem maximal 5. Platz ist so ne Sache…
    Mir kommt das so vor wie ‚himmelhoch jauchzend‘ (nach dem Gladbachspiel) und ‚zu Tode betrübt‘ (nach dem in München) und dass es dazwischen nix gibt, was spätestens seit dem Spiel in Berlin heftigst relativiert worden ist.
    Im München zu verlieren ist auch in der Höhe keine Schande, vor allem, wenn so einiges zusammenkommt wie ein richtig guter Gegner und ne üble eigene Leistung.
    Der Stand der Dinge ist meiner Meinung nach der: die drei Mannschaften, die jetzt auf den ersten drei Plätzen stehen, dürften im Normalfall eben diese drei Plätze unter sich ausmachen, Leipziger Schwächephase hin, Dortmunds mal so und mal ganz anders-Gekicke her. Aber Gladbach, Leverkusen, Hoffenheim und vielleicht noch Wolfsburg sind mit Schalke die Kandidaten für den 4. Platz. Was gleichermaßen bedeutet, dass man am Ende die Saison gradsogut als 8. beenden könnte.
    Dass der Trainer da auf die Bremse tritt ist normal und vleiiecht auch der Enttäuschung direkt nach dem Spiel geschuldet.
    Alles zum GRÖVAZ erspare ich mir, ebenso jegliche Mutmaßungen darüber, welchen Beruf der erwähnte Experte (kicher) jeweils schwänzt, aber töfte finde ich den ganzen Stuß schon lange nicht mehr. Das fing an, als der Europapokal der Landesmeister abgeschafft wurde.
    Und wenn ich das Zitat oder die sinngemäße Aussage irgendwann nochmal wiederfinde, die Rudi Assauer mal bezüglich der CL traf (sinngemäß: seit wann sind die 2. denn Champions? Was soll das denn?), dann wär mir wohler. Einfach so.

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