Hin und weg sind Runde und Spiel – unser Senf zum Spiel und zur Hinrunde (S04-SCF)

Wieder ist eine Hinrunde Geschichte. 2-2 gegen Freiburg, mit der jüngsten Schalker Aufstellung der bisherigen Saison. Der S04 hat 30 Punkte nach 17 Spielen. Alles gut. Alles gut?

Hätten es nicht mehr Punkte sein müssen? Nein, Schalke hat und ist eine (gute ) Mittelklasse-Mannschaft. Platz 5 nach der Hinrunde bildet das ab. Die liegengelassenen Punkte zeigen das eben, es fehlt im Sturm an Qualität, zudem sind zahlreiche Abwehrspieler verletzt oder gesperrt. Zudem waren einige Siege knapp, die auch ebenso gut nur ein Remis hätten sein können. Nein, Kompliment an David Wagner und sein Trainerteam. Er hat mit seiner unaufgeregten Art aus dem Kader herausgeholt, was drin war, und angesichts der Verletztenmisere in der Abwehr vielleicht sogar mehr als das.

Ein stiller Trauergruß von dieser Stelle an die Angehörigen und Freunde von Drüse. Wenn man selbst gerade seinen Papa beerdigt hat, erscheinen all die Aufgeregtheiten rund um Schalke und den Fußball so unwichtig. Ruhe in Frieden.

Jeder nur einen Nübel-/Dübel-Witz

Nübel geht also. Zu den Bayern, schreibt der Kicker. Das Modell Frühaltersteilzeit bei vollen, auskömmlichen Bezügen. (Als ob Nübel, solange Neuer da ist, mehr als Test- und Ligapokalspiele wird bestreiten dürfen.) 

Wenn ich richtig zähle, ist das der fünfte Spieler, der uns in den letzen Jahren ablösefrei verlässt: Matip, Kolasinac, Goretzka, Meyer, Nübel. Ablösen im von mir geschätzten dreistelligen Millionenbereich sind dem Verein verloren gegangen. Unter unterschiedlichen Managern, immer unter dem wachsamen und aufsehenden Auge des Großen Vorsitzenden Clemens Tönnies und der anderen Aufsichtsräte.

Hektik kostet Geld

Die gehetzte, hechelnde Art und Weise, wie der Verein geführt wurde, hat damit handfeste finanzielle Folgen gezeitigt. Schalke wird immer Spieler abgeben müssen, weil wir in der fußballkapitalistischen Nahrungs-/Fresskette zwar ein recht großer Fisch sind, aber es gibt halt eine Reiher größere. Dann sollte man den größeren wenigstens ordentlich Kohle abnehmen.  Beständiger Wechsel entweder auf der Trainer- oder auch Managerposition samt harter Eingriffe des Aufsichtsrats (wie im Vorfeld des Matip-Wechsels) lässt eine langfristige und kontinuierliche Kaderplanung gar nicht erst entstehen und hat auf Schalke für diese Transfererlösausfälle gesorgt.

Auch bei Nübel ist Schalke daran gescheitert, ihn rechtzeitig langfristig zu binden. Jetzt wird er gehen, soll er, aber im Sinne der nicht nur kurzfristigen, sondern mittelfristigen Entwicklung der Mannschaft sollte Wagner nun nach meiner bescheidenen Meinung Schubert im Tor belassen und Mascarell zum Kapitän befördern.  Und dann alle zusammen (samtNübel) eine geile Rückrunde spielen.

Die Verpflichtung von Schubert vor der Saison ist allerdings ein Hinweis darauf, dass aktuell im Management Akteure mit Weitsicht wirken. Sollte sich hier tatsächlich etwas ändern auf Schalke? Wie immer hege ich die Hoffnung, dass es Hoffnung gibt.

Ich wünsche frohe, ruhige Feiertage. Glück auf.

Joe

Joe

Schalker, Berliner, Sauerländer, Jurist & Betriebswirt, Jahrgang 73, und nun auch noch Blogger und Kommmunen-Mitgründer.
Joe

3 Kommentare zu “Hin und weg sind Runde und Spiel – unser Senf zum Spiel und zur Hinrunde (S04-SCF)

  1. Bei Matip kam die ganze Zeit so viel negatives seitens der Fans, dass der Abgang selber, den ich persönlich schon viel früher erwartet hatte (ja, klar, dann gegen Ablöse) mehr als nachvollziehbar und erwartbar war.
    Der sportliche Wert der drei genannten vor Nübel war die jeweiligen Enden vielleicht sogar wert, will sagen: hätte es zB ohne Goretzka zur Vizemeisterschaft gereicht? Das sind nicht so einfach zu beantwortende Fragen.
    Die Sache mit Nübel erinnert mich enorm an den Zirkus mit und um Draxler, daraus hätte man ja vielleicht lernen können. Hat man nicht, nun isser weg, andererseits: wer nicht will, der will nicht.
    Sportlich bin ich persönlich durchaus zufrieden, aber ich möchte diese Möglichkeit nutzen und zum Ausdruck bringen, dass vieles von dem, was bisher erreicht worden ist, auch noch mit Heidels Personalplanung zu tun hat, der mir viel zu schlecht weggekommen ist.

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  2. Heidel war für den Großen Vorsitzenden ein nützlicher Sündenbock. Bei Maptip bin ich teilweise bei Dir, ich kann mich allerdings an einen SZ-Artikel erinnern, der schilderte, daß Matip bereit für einen Verlängerung war, aber in der Schlußphase unter di Matteo der AR alle Transferaktivitäten stoppte und in dieser „Pause“ schauten sich Matip bzw. sein Berater nach Alternativen um. Und so wechselte er dann nach Liverpool.
    Im Fall Kolasinac könnte man erwidern, daß er zu Beginn seiner dann letzten Saison alles andere als Stammspieler war. Erst im Laufe der Saison zeigte er, was er kann.
    Generell geht es mir darum, daß es negative Folgen hat, wenn seitens der Vereinsführung gefühlt ein Mal im Jahr ein neuer Um-/Auf-/Durch-/Zusammen-/…bruch verkündet wird.

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  3. Das mit Matip und dem Drumrum erinnere ich nicht mehr, aber ich gönne dem seinen Erfolg mit und in Liverpool mehr als Meyer seinen Berater (und dem Anke Huber, aber das nur nebenbei^^).
    Bei Kola lief es halt irgendwann richtig gut, wie da das ‚Vorspiel‘ war: ?
    Wohin dein letzter Absatz führen kann: HSV und HSV. Die einen ham the worst hanover, die anderen wohl ne noch miesere Bilanz in vielen Dingen als Schalke, zB bezogen auf hochgejazzte Neuzugänge, die überall sonst gut sind, nur nicht in Hamburg.
    Kontinuität wäre schön, ja.

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