Was bisher geschah – Rußland 2018

Nullvier Tage sind gespielt bei der WM. Das Turnier hat sofort Fahrt aufgenommen,  Gastgeber Rußland durfte sich gegen handzahme Saudis lustvoll warm- und ins Turnier schießen, Spanien und Portugal zeigten einen richtig geilen Kick, Kroatien und Serbien mit Auftaktsiegen, Frankreich scheißt sich ein vor Glück, Messi verschießt ’nen Elfer, Brasilien nur 1-1 gegen die Schweiz und was war mit Schland?

Schland schlecht

„Da fehlt was“, habe ich jedem erzählt, der es nicht hören wollte. „Die „Mannschaft“ tut nur so, als könne sie richtig gut spielen“, habe ich geschrieben. „Die Mannschaft“ hat mich gestern bestätigt. Nur was fehlte? Warum tun die nur so? Hummels, Boateng, Müller, Özil, Kroos, Khedira, Draxler. Sieben Feldspieler, die in Rio Weltmeister wurden, auf Vereinsebene den einen oder anderen Titel gesammelt haben, Erfahrung und fußballerisches Können satt – und dann „stimmt die Abstimmung“ nicht. Werden Hummels und Boateng allein gelassen. Bestimmt 15 oder 20 Mal dribbelt ein deutscher Spieler mit dem Ball, guckt, bricht das Dribbling ab, passt dann irgendwo hin, anscheinend ratlos. Wenig und nutzloser Raumgewinn, kein fließendes Passspiel, keine Geschwindigkeit. Dazu Fehlpässe, deren Anblick körperliche Schmerzen verursacht. Das sind aber alles nur Beschreibungen.

Sind wir jetzt bei der Einstellung? Dem „Hunger“? Der „Geilheit“? Fehlender Demut? Oder fehlt ein „Leitwolf“? Oder gibt es zuviele potentielle davon? Passt es in der Mannschaft nicht? Die Süddeutsche Zeitung berichtet von größeren Diskrepanzen zwischen dem, was Löw über die Mannschaft und die Aussichten fürs Turnier gesagt hat, und dem, was in der Vorbereitung los war und aktuell in der Mannschaft los ist.

Wenn ich dann noch höre und lese und sehe, daß man mit der Spielweise der Mexikaner nicht gerechnet habe und sehe, daß die Mannschaft eine ganze Halbzeit nicht in der Lage ist, darauf zu reagieren, ggf. auf Anweisung von außen durch das Trainerteam – „Ich hab da ein ganz mieses Gefühl.“ (Han Solo)

Und solange man kein Herz aus Stein hat, konnte man sich nach meiner bescheidenen Meinung auch mit den Mexikanern über die punktgenaue Topleistung freuen, die mit einem Sieg belohnt wurde. Offenlegung: Ich liebe Vanessa Huppenkothen.

Aber noch ist Polen nicht verloren oder vielmehr Deutschland. Jetzt hat die Mannschaft „Druck Druck Druck“ (Oliver Kahn), unter Druck kann etwas Großartiges und Schönes entstehen. Am Samstag gegen Schweden. Kann.

Glück auf!

Joe

Joe

Schalker, Berliner, Sauerländer, Rechtsanwalt Jahrgang 73, und nun auch noch Blogger und Kommmunen-Mitgründer.
Joe

2 Kommentare zu “Was bisher geschah – Rußland 2018

  1. Was viele nicht wissen, ist das Joachim Löw kein guter Trainer ist. Miserable Menschenführung, fehlendes ingame-Coaching, keine spielerische Vision, keine Perspektive für die Mannschaftsentwicklung. Das meine ich ernst, trotz 2014 und unabhängig davon, wie dieses Turnier für die Mannschaft ausgeht.

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  2. Er hat sich aus der Generation 2006 mit der Generation 2009 die Weltmeistermannschaft gebaut. Bei der Weiterentwicklung hakt es. Da kommt die ein oder andere von Dir diagnostizierte Schwäche ins Spiel. Das Schweden-Spiel hat nach dem Schweden-Sieg schon K.O.-Charakter.

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