Besser im Scheiß-Fußball – Unser Senf zum Pokalspiel (S04-SGE)

Selten, dass mich ein Spielausgang so nervt, sogar noch am Tag danach. Warum eigentlich? Es war das erwartete Spiel. Nico Kovac hatte Beton-Fußball, sollte wohl heißen: maximal risikominimierten Fußball (so definiere ich jetzt mal „Scheiß-Fußball“) angekündigt. Und den gab es dann. Wer gewinnt hässlicher, „uglier„? Schnell wurde klar, dass es auf ein Elfmeterschießen hinausläuft, es sei denn, ein blöder Fehler, ein Standard, oder eine Kombination aus beiden entscheidet das Spiel. Wie im Ergebnis geschehen.

Nur nebenbei: Für solchen Scheiß-Fußball wurden früher doitsche Nationalmannschaften abgefeiert, wenn sie sich mal wieder in ein WM-Finale gerumpelt oder, um im Bild zu bleiben, geschissen hatten (82, 86, 2002). Da war ganz Fußball-Doitschland trunken vor Stolzglück, ob der doitschen Tugenden, der Turniermanschaft usw. Aber ich schweife ab.

Man kann fragen, ob der S04 so risikoarm spielen mußte. Andererseits ist es das, was die Mannschaft beherrscht. Erfolgreich. Und diese Art Fußball ist grundsätzlich genauso legitim wie jede andere auch. „Es gibt keinen Ersatz für Siege“, so Ottmar Hitzfeld. Recht hat er. Erlebnis ist schön, aber fakultativ. Man frage Jose Mourinho. Die Schöpfer des Catenaccio. Und so weiter. Und ja, ich hoffe, dass Tedesco es schafft, das fußballerische Repertoire der Mannschaft weiterzuentwickeln, wie auch immer sie kommende Saison sich zusammensetzt.

Noch was? Ach ja. Der Schiri. Herr Robert Hartmann. Komplett überfordert, der Herr. Das wird ihm, so wie ich den DFB kenne, eine Beförderung einbringen. Bestraft wird man eher, wenn man mal wider den Systemstachel löckt, wie Manuel Gräfe, den ich mir zum Beispiel als Schiri gewünscht hätte, aber der durfte schon im Derby ran. Es gibt ein paar souveräne Schiris, die so ein Spiel leiten können auf den Schnupperkurs „extreme-brisantes-Spiel-leiting“ für Herrn Hartmann gestern abend hätte ich gern verzichten können.

Womit wir beim VAR wären, dem Video-Schiri. Leute, so geht das nicht. Laßt die Teams entscheiden, welche Szenen überprüft werden. Kommuniziert anders. Der Schiri auf dem Platz sollte nach mE mit diesem Bildschirmzeichen ankündigen, daß geprüft wird. Und wenn nicht auf Anforderung der Mannschaften – mag sein, dass die Vorgaben der FIFA bzw. dieses Fußballregeln-Gremiums nicht hergeben -, dann eben auf Signal aus diesem beschissenen Keller in Köln. (Sitze die wirklich in einem Keller? Ich bezweifele das.) Aber her mit dem deutlichen Prüfzeichen, nicht nur in dem Fall, wenn eine Entscheidung korrigiert wird. Dieses Ans-Ohr-Fassen erinnert mich zu sehr an den Butler James, wenn er in einer Dinner for One-Szene sich mit Chapagner oder Sherry hinter beide Ohren tupft, man(n) will ja gut riechen … Ein deutliches Zeichen für alle Beteiligten, daß geprüft wird. Und dann das Ergebnis über Stadionlautsprecher kurz und knapp begründet verkünden. Ja, wie in der NFL. Transparenz. In anderen Sportarten funktioniert das. Man muss das Rad nicht neu erfinden.

Sonst noch was? Ich führe jetzt den di Santo-Gruß ein, einmal auf die linke obere Brust kurv VOR der Schulter, dem Oberarm schlagen. Die Stelle an welcher er den Ball regelkonform annahm und dann reinnagelte. Was ’ne geile Bude eigentlich.

Weiter GEht’s dann Sonntag in Kölle. Schießt sie in die zweite Liga. Und der SGE wünsche ich fried- und freundschaftlich ein Schlachtfest in Berlin. Schade, dass Niko Kovac nicht zum Elfmeterschießen antreten kann. 1984, sag ich nur. Das ist keine literarische Anspielung. Glück auf.

Joe

Joe

Schalker, Berliner, Sauerländer, Rechtsanwalt Jahrgang 73, und nun auch noch Blogger und Kommmunen-Mitgründer.
Joe

Leave a comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.