Eigentlich. Unser Senf zum Spiel (RBL-S04)

Schalke verliert in Leipzig mit 3-1. Das mußte eigentlich nicht sein.

In der ersten Halbzeit ließ Schalke so gut wie gar nichts zu. Und plötzlich gab es Elfmeter. Ich kam gerade von der Toilette (bei den Wegen im Leipziger Stadion empfiehlt sich antizyklisches Verhalten) und aufgrund der Reaktionen des Publikums wäre ich nicht drauf gekommen, umso erstaunter erblickte ich dann, wie der Leipziger Spieler zum Strafstoß anlief. Aber dafür haben wir ja einen Torhüter. Ralles Trick mit der Hocke habe ich aus dem Gästeblock nicht als solchen erkannt.

Eigentlich hätte es dann mit 0-0 in die Halbzeit gehen sollen, aber da war dann noch so ein abgefälschtes Drecksding und Leipzig führte 1-0.

Nach dem 1-1 durch Ausgleichs-Naldo hatte S04 die Bullen eigentlich bei den Eiern. Man konnte es im Stadion sehen und spüren. Und dann erobert Naldo auch noch umsichtig den Ball, will den Angriff einleiten, versemmelt dann einen kurzen Pass und schenkt Leipzig die Kontersituation, die dann etwas glücklich und dennoch gekonnt abgeschlossen wird. Dann noch ein abgefälschter Schuß, nach meiner Wahrnehmung, zum 3-1 direkt hinterher und fertig war leider die Laube.

Natürlich hätte Leipzig noch nachlegen können, sie hatten Kraft, Energie und Platz zum Spielen. So deutlich wie man beim Spielstand 1-1 sehen konnte, dass Leipzig wackelte, so deutlich war nach dem 3-1 zu sehen, dass diese Schalker Mannschaft keine Aufholjagd mehr starten würde. Die Schultern unten, keine Meter mehr, wenig Unterstützung für in Bedrängnis geratene Mitspieler. So viele Bälle hat Meyer schon lange nicht mehr verloren, aber er wurde von Leipzig auch teilweise mit 4 Spielern attackiert und isoliert. Selbst für ihn zuviel, zumindest am Samstag abend.

Trotzdem, eigentlich unnötig. Obwohl Oczipka, Harit, Caligiuri und eben auch Meyer nicht ihren besten Tag hatten, eigentlich zu viele, um in Leipzig was zu holen. Auch wenn das Schalker Spiel durchaus noch daran krankt, dass im Offensivspiel zu ungenau gespielt wird, besonders am Samstag. Die erste Halbzeit war für mich ein Beleg für Philipp Selldorfs Bundesliga-Diagnose: fehlende Spielkunst. Von beiden Seiten.

Und das Drumherum? Das Leipziger Stadion hat was, die Lage auf dem Hügel, in das alte Zentralstadion reingebaut, man erhält eine Ahnung davon, was für eine imposante Schüssel das Zentralstadion mal gewesen sein muss. Die Stimmung in der Bude, nun ja. Die Fans von „Rasenballsport“ singen das tatsächlich, dieses Wort. Ich bin vermutlich nicht der erste, aber Rasenballsport ist doch eigentlich ein unfassbar verquastes und verkrampftes, erfundenes Synonym für ein so viel schöneres, kürzeres und treffenderes Wort: Fußball. Hätte sie sich doch eigentlich so nennen können. Wie? Da musste irgendwas mit den Buchstaben „R“ und „B“ in den „Vereins“namen? Ach so.

Weiter geht’s, nächsten Sonntag steht das Treffen mit den Exen (nicht: Echsen, wir sind hier ja keine Verschwörungstheoretiker-Kommune) an, im Heimspiel gegen Hannover.

Joe

Joe

Schalker, Berliner, Sauerländer, Rechtsanwalt Jahrgang 73, und nun auch noch Blogger und Kommmunen-Mitgründer.
Joe

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