Alles klappt, nur der Plan geht nicht auf. Unser Senf zum Spiel.

Nach der verdienten Niederlage gegen Rasenbumssport Leipzig, dem selbstverschuldeten Unentschieden gegen Hannover, und der schon leicht aufkommenden, altbekannten rauen Stimmung im Schalker Umfeld ob des Goretzka Wechsels begann das Sportjahr 2018 doch irgendwie wie man es kennt: sportlich durchwachsen und mit allerlei Nebenkriegsschauplätzen.

Von all dem lies sich Tedesco aber keineswegs beunruhigen und stellte die Mannschaft sehr gut und im Grunde recht einfach auf die zu Hause sehr guten Stuttgarter (vor dem Spielplatz Rang 5 der Heimtabelle) ein: abwarten und auskontern!

Muss man sich mal vorstellen, da will man den Gegner nur auskontern, führt früh beinahe ohne zutun mit 2:0 und wirklich alles spielt dem Matchplan in die Karten und was funktioniert partout nicht? An der Stelle müssen wir natürlich über Konoplyanka reden. Selbstverständlich muss er den Ball in der 64. Minute einschieben, auch wenn das mit nem Verteidiger mittig vor ihm im Tor garantiert auch einfacher aussieht als es schlussendlich ist.

Aber: so schlecht diese Szene war, so gut war sein restliches Spiel über 80 Minuten. Kono hatte die meisten Torschüsse, die meisten Sprints, die zweitmeisten „intensiven Läufe“ (ab wann ist ein Lauf eigentlich intensiv?) und die zweitmeisten Flanken im Schalker Spiel. Zudem spielte er Goretzka im Strafraum vor dem Elfer an, kam mehrfach im Strafraum zu aussichtsreichen Abschlüssen und hätte beinahe Burgstaller noch ein Tor vorgelegt. Einen großen Anteil am Spiel hatte Kono also in jedem Fall, mit einer ähnlichen, wenn auch unauffälligeren Leistung wie Harit. Der holte den Freistoß zum ersten Tor heraus und erzielte das zweite selbst, hätte zudem noch Kono eins auflegen können.

So entscheiden schlussendlich Zentimeter in den falschen Situationen zwischen dem Status des Matchwinners und des Prügelknaben. Solang Tedesco die Kritik an sowas so kalt lässt wie die Pfiffe gegenüber Goretzka, werden wir auch noch weitere gute Spiele von Konoplyanka sehen – dann aber auch trotzdem noch lieber mit Torbeteiligung 😉

Max

Max

Laptop-Trainer (ohne Trainerschein, aber mit Laptop).

Ist einer von diesen "Taktik-Liebhabern", die sich auch die langweiligsten Spiele schön reden. Trauert bis heute Ivan Rakitic hinterher und schaut - sofern Schalke nicht grade spielt - ab und zu gern Spiele des FC Arsenal.
Max

4 Kommentare zu “Alles klappt, nur der Plan geht nicht auf. Unser Senf zum Spiel.

  1. Nichtsdestrotrotz ist ein Wurm drin. Es gibt derzeit trotz einer ausgedehnten Vorbereitung im Winter derzeit keine spielerische Weiterentwicklung. Fast so, als ob sich alle denken, damit kommen wir ja durch, immerhin stehen wir auf einem CL-Platz. Die Gefahr dabei ist nicht so sehr, dass wir wieder nach unten abrutschen ( allerdings sind die internationalen Plätze alles andere als sicher), sondern dass die sportliche und strukturelle Entwicklung der Mannschaft ins Stocken gerät. Das erste Mal hatte ich diesen Eindruck zum Ligaspiel gegen Köln Anfang Dezember. Zu Deinem Punkt: Ich finde es schon bedenklich, wenn wir keine wirklich torgefährlichen Stürmer auf dem Platz haben. Kono ist einfach so „drüber“ – das hat Lauffreude und Einsatzwillen zur Konsequenz, aber eben auch Ungenaugkeit, Abschlussschwäche, Desorientierung.

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    1. Ausgedehnte Vorbereitung? Das waren ja nicht mal 2 volle Wochen im neuen Jahr.

      Klar, die Chancenverwertung hätte, mal wieder, besser sein können. Aber Stuttgart hat vor uns nur 2mal zu Hause verloren, gegen Bayern und Leverkusen. Da muss man also auch erstmal dreifach Punkten. Jetzt heißt es „einfach“ dranbleiben.

      @ Max: du meintest sicher vor dem Spieltag auf Rang 5 der Heimtabelle, nicht vor dem Spielplatz, oder? 😉

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      1. ja, für diese eher pragmatische Sichtweise spricht auch was. Nämlich die Punkte. Aber eben nicht mehr. Hier übrigens die Teams, gegen die die „Festung VfB“ zu Hause nicht verloren hat: Mainz, Wolfsburg, Augsburg, Köln, Freiburg, Hertha. Das sind nicht die Teams, die in der Hinrunde auswärts Angst & Schrecken verbreitet haben. Ich warne davor, sich dieses Spiel am Samstag schön zu reden, wenn das Ziel ist, mittel- und langfristig wieder fussballerisch eines der führenden Teams in der Liga zu werden. Wenn das Ziel ist, nächstes Jahr international zu spielen, dann ist alles im Grünen Bereich.

    2. Mittel- bis langfristig bin ich bei dir, muss da spielerisch noch mehr kommen. Dafür wird Tedesco aber auch erstmal „seinen“ Kader müssen. Wir haben immer noch, dank der zig Trainer in den letzten Jahr, zu viele Spieler, die für zuviele unterschiedliche Systeme stehen. Nicht ohne Grund werden zunehmend schnelle Spieler geholt, welche im Pressing gut und entsprechend besser funktionieren sollten.

      So eine Kaderumkrempelung zieht man aber nicht mal eben so in 1-2 Transferperioden durch.

      Aber ich vertraue da auf Heidel und Tedesco und das wir spätestens in der kommenden Saison die nächsten Schritte sehen werden.

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