Die No.1 im Pott sind wir. Unser Senf zum Derby.

Ich bin sehr aufgewühlt. Das war in den 20 Jahren meiner Liebe für den S04 sicher das unglaublichste Derby. Es war ein Beleg für den Mythos Schalke. Der Beleg, dass der Verein einzigartig, dass Fußball einzigartig, dass die Rivalität zwischen den beiden Vereinen einzigartig ist.

Am Anfang denkst Du: Es gib so Tage. Auba mit der Hand, Benji Stambouli ins eigene Tor und wenn selbst Götze trifft, weißt Du: Dat wird nix mehr.

Schalke macht eigentlich von Anfang an, was richtig ist, kompakt stehen, aggressiv versuchen, das Aufbauspiel der Schwarz-Gelben zu stören. Nach zehn Minuten jedoch hat man schon das Gefühl, das wir nicht ins Spiel kommen, weil die Anspielstationen fehlen. Sokratis räumt hinten die langen Bälle ab. Vor allem aber Oczipka und Caligiuri werden in der Dortmunder Hälfte so aggressiv von drei, vier Gegenspielern  attackiert, dass keine Entlastung den Gegner unter Druck setzt. Der BVB bleibt ständig in Bewegung. Die erste Chance von S04 habe ich in der 44. Minute registriert. Der Schlüssel zum Halbzeitergebnis war somit, dass Meyer, Oczipka und Caligiuri für 25 Minuten konsequent aus dem Spiel genommen wurden.

Selbstverständlich kann man auch argumentieren, dass ohne das frühe 1:0 das Spiel anders gelaufen wäre. Der Ball wird durch die Hand ins Tor bugsiert, die Hand hat oben nichts zu suchen und der Ball wäre auch ansonsten nicht reingegangen. Also „Hand“ im Verständnis des Bolzplatzes. Die Regeln sagen wohl was anderes. Und ich möchte daran erinnern, dass ein Höwedes-Tor gegen die Bayern (2014) auf den gleichen Umständen basierte und damals ham wa uns natürlich gefreut! Und dass wir nach der Halbzeit mit 11 Spielern wieder rauskommen dürfen, ist ehrlich gesagt auch glücklich.

Die zweite Hälfte zeigt, wie stabil die Mannschaft wirklich ist und welcher Spirit wohl in der Kabine herrscht. Ein Schalker-Team, welches nach der Demütigung dieser ersten Hälfte so stehen bleibt und reagiert, besitzt Souveränität und wird hochklassig geführt. Natürlich kann der BVB nicht die Intensität der ersten 30 Minuten aufrechterhalten. Sie machen das auch nicht klug.  Anders als Tedesco hat Bosz keine taktischen Varianten. Mir war es, als wüssten die einfach nicht, was sie machen sollten. Harit, Goretzka und Nastasic sind auf dem Platz, vor allem wegen früher gelber Karten und der daraus resultierenden gelb-rot-Gefährdungen. Erste Zeichen werden gesetzt. Meyer kann jetzt machen, was er von Anfang an machen sollte: Gegner auf sich ziehen und dann den Ball weg verteilen. Stambouli und Naldo werden sicherer. Und: Harit rennt, Harit zaubert, Harit zersaust die Dortmunder Stabilität. Diese scheint schon nach dem ersten irregulären Abseits-Gegentreffer zu schwinden. Der Rest ist Geschichte. Das hat man gesehen oder nicht. Fouls, Karten, Hektik. Verletzte, die zu Helden werden. Unsportliche Zuschauer, peinliche Schauspielereien. Schwindende Kräfte beim Gastgeber. Und Tore. Vier Stück für den S04. Wenn ich dürfte, würde ich sie Harit widmen, der von Castro vom Platz getreten wird und mit blutender Wade zurück humpelt, damit wir das Spielzu elft beenden.

Glück auf!

Christian

Christian

Nach der aktiven Karriere (Champions League-Teilnahme mit den Schäl Sick Rastellis) erfolgloser Demotivationstrainer an ostdeutschen Theatern. Jetzt Vertreter (u. a. von gebrauchten Interessen). Windows 98-Experte. Vater. Genosse. Ostfriese. Schalker. Kommunen-Koch.
Christian

4 Kommentare zu “Die No.1 im Pott sind wir. Unser Senf zum Derby.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.