Toretzka foppt den Karnevalsverein – Unser Senf zum Spiel

Was war jetzt dette?, fragt sich der Berliner Schalke-Fan. La Ola in der Arena, Tabellenplatz vier, schon wieder ein 2:0-Sieg. Das Stadion traut sich gefühlt seit Jahren das erste Mal wieder, die Lüdenscheider öffentlich zu verhöhnen.  Di Santo schiesst zweimal auf das Tor. Ja, reibt euch die Augen, liebe Knappen. Change is real.

Das Team beginnt wie in Berlin. Max Meyer auf seiner neuen Lieblingsposition. Unter der Woche hat er im SchalkeTV-Interview eindrucksvoll markiert,  dass sein Programm Attacke heisst. Wie in Berlin: Der Gegner kommt einfach nicht zu Chancen. Lange denkt der Zuschauer, die warten nur auf Konter. Konter kommen aber nicht, wenn, werden sie früh gegengepresst. Kommt doch mal etwas durch, steht da immer noch der m. E. beste IV der Liga. Kennt ihr das noch vom Bolzplatz? Es gab Gegenspieler, da hat man schon abgedreht, wenn man die auf sich zukommen sah. So einer ist Naldo.

Sehr viel mehr hat S04 eigentlich nicht zum Sieg gebraucht: Konzentrierte Ballzirkulation und sehr aktives Spiel ohne Ball. Ein zwingendes Schema, wie drei oder vier Killerlaufwege, die der Gegner nicht verteidigen kann, haben wir derzeit auch nicht. Aber ein sehr hohes Maß an Konzentration, an Selbstvertrauen, an Laufbereitschaft.  DT sagt später etwas sehr wichtiges, das mehr ist, als eine Pressephrase: „Wir wollten uns im Ballbesitz nicht verstecken. (…) Wir haben uns auswärts immer ein bisschen leichter getan, weil du bei einem möglichen Ballverlust nicht die Masse hast, die dich vielleicht auspfeift. Das habe ich den Jungs versucht, einzuimpfen. Dass wir da drüber stehen müssen, dass wir mutig sein müssen.“ (kicker.de) Das ist die Anerkennung, dass da Jungs auf dem Platz stehen, keine Automaten. Wenn er denen weiterhin die Angst vor der Niederlage nehmen kann, kann das auch so weitergehen.

Baustelle bleibt die Zielstrebigkeit im Abschluss: Das Spiel muss ohne Zweifel 4:0 ausgehen, wenn Harit und Kono mal den Kopf hochbekommen. Aber gerade der junge Franzose macht mittlerweile richtig konstruktiven Alarm. Und Franco Di Santos Leistung war nicht gut, aber ich kann akzeptieren und respektieren, dass er sich aufreisst und zu Torabschlüssen kommt. Wer weiß, wofür es gut ist.

Zum Genießen schmeiße ich jetzt SchalkeTV an und lausche dem Gastkommentar meines WG-Genossen Karsten. Glück auf, schönes Wochenende!

PS.: Teilt irgendjemand meinen Einschätzung, dass es ein anderes, leichteres Miteinander auf dem Platz ist, wenn Bibiana Steinhaus pfeift?

Christian

Christian

Nach der aktiven Karriere (Champions League-Teilnahme mit den Schäl Sick Rastellis) erfolgloser Demotivationstrainer an ostdeutschen Theatern. Jetzt Vertreter (u. a. von gebrauchten Interessen). Windows 98-Experte. Vater. Genosse. Ostfriese. Schalker. Kommunen-Koch.
Christian

2 Kommentare zu “Toretzka foppt den Karnevalsverein – Unser Senf zum Spiel

  1. @Chris: Deine Einschätzung zu Frau Steinhaus teile ich weitgehend. Sehr gut gefällt mir ihre verbindliche und freundliche Art auf dem Platz und die Tatsache, dass man sie viel mit den Spielern reden sieht. So weit wie man das aus der TV-Perspektive beurteilen kann.

    Nur die gelben Karten am Ende gegen Caligiuri und Coke fand ich drüber.

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    1. Als wolle sie sich nicht den Ruf einer Heimschiedsrichterin einhandeln. Die gegen Coke war frech (und falsch).

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