Gastbeitrag: Hertha BSC – Schalke 04

Das bevorstehenden Spiel gegen die Hauptstädter haben wir uns zum Anlass genommen einmal in Berlin anzufragen, ob uns ein Fachmann der alten Dame nicht mal erzählen kann, wie der Stand der Dinge vor unserem Auswärtsspiel dort so ist.

Alexander Jung von herthabase.de  war so nett, uns einen kleinen Vorbericht zu schreiben:

Am Samstagnachmittag kommt es zum Aufeinandertreffen der ewigen Rivalen Hertha BSC und Schalke 04. Nun ja, bekanntermaßen wird diese Rivalität nur von der Seite Herthas gelebt und teilweise verstehen nicht einmal die eigenen Fans die Sinnhaftigkeit dahinter. Dennoch birgt das Aufeinandertreffen schon immer eine gewisse Brisanz. So erinnert man sich als Berliner gern an das 4:1 im Olympiastadion vor über 10 Jahren, mit einem phänomenalen Marcelinho auf dem Höhepunkt seines Schaffens oder an die jüngsten Heimsiege gegen die Knappen. Dem gegenüber stehen die unzähligen Niederlagen auf Schalke, die für Hertha mittlerweile Normalität sind.

Herthas Heimstärke als Trumpf

Da das Spiel, über das wir heute reden, aber wieder einmal in Berlin stattfindet, kann Hertha mit breiter Brust auftreten. In einer bislang soliden Saison, in der man sich im Hinblick auf die Dreifachbelastung im Soll befindet, ist die “Alte Dame“ im heimischen Olympiastadion bislang ungeschlagen. Die Stärke und das Selbstverständnis, mit dem Hertha zu Hause auftritt, sind unter Pal Dardai zum Markenzeichen geworden. Schon in der vergangenen Saison stand Platz 15 in der Auswärtstabelle Rang 5 in der Heimtabelle gegenüber. Dieser Schwung wurde mit in die neue Saison genommen und zeigte sich besonders eindrucksvoll am letzten Spieltag gegen den FC Bayern. Trotz eines zwischenzeitlichen 0:2-Rückstands ließ sich Hertha nicht einschüchtern, erhöhte im Gegenteil sogar den Druck auf die Münchner Abwehrreihe und knüpfte dem Rekordmeister einen Punkt ab.

Was sich in diesem Spiel bestätigte zeichnete sich schon in der abgeschlossenen Spielzeit ab: Gegen die “Großen“ der Liga tritt Hertha zunehmend mutiger auf. So verlor man im Jahr 2017 keines der Heimspiele gegen Dortmund und Bayern, konnte den BVB indes sogar besiegen und machte auch beim 1:1 in Dortmund im Jahr zuvor eine gute Figur. Ob man Schalke nun noch zu dieser Riege der Spitzenteams zählt oder nicht, ist wohl eine Frage der Perspektive. Denn die Vorzeichen vor diesem Spiel haben sich im Vergleich zu den Vorjahren umgekehrt. Während Schalke stets das Team war, das als unbestreitbarer Favorit in die Partie ging und die alljährliche Dreifachbelastung kannte, ist man nun zum Zusehen verdammt, wenn Hertha in der Europa League das ganze Land mit glanzvollen Auftritten wie dem in Östersund vor Stolz platzen lässt. Da nun aber eine zweiwöchige Länderspielpause hinter beiden Teams liegt, darf Hertha dieses Argument nicht als Ausrede geltend machen. Beide Mannschaften sind im gleichen Maße ausgeruht und konnten sich in der Trainingswoche – mit den Spielern, die dort waren – voll und ganz auf das anstehende Spiel vorbereiten.

Königstransfer Selke vor dem Debüt

In dieser Vorbereitung darf dem Trainerteam um Pal Dardai und Rainer Widmayer neben der guten Bilanz im Olympiastadion vor allem die personelle Situation Mut machen. Zwar ist Kapitän Vedad Ibisevic nach seiner vermeidlichen Schiedsrichterbeleidigung im Spiel gegen Mainz noch gesperrt, allerdings machte der Auftritt Salomon Kalous gegen den FC Bayern als alleinige Spitze Lust auf mehr und bestätigte die These, dass Kalou im Sturm besser aufgehoben ist, als auf dem Flügel. Zudem steht nach seiner Verletzung auch Neuzugang Valentino Lazaro langsam im vollen Saft, nachdem er schon gegen Östersund und Bayern wertvolle Minuten sammeln durfte. Ebenfalls im Kader dürfte darüber hinaus Herthas Rekordtransfer Davie Selke stehen. Für die Startelf wird der ehemalige Leipziger wohl noch keine Option sein, aber eine Einwechslung scheint durchaus denkbar. „Die letzte Trainingswoche hat er muskulär gespürt, aber die Woche war gut für ihn“, so Dardai, nachdem Selke unter der Woche über 90 Minuten gegen eine Berliner Polizeiauswahl spielte.
Bei all den positiven Meldungen darf nicht unterschlagen werden, dass die Berliner Konstante Sebastian Langkamp in der Innenverteidigung wegen einer Wadenzerrung auszufallen droht. Mit Niklas Stark steht allerdings ein gleichwertiger Ersatz bereit.

Hertha kann das Spiel gegen Schalke also frohen Mutes angehen. Dennoch weiß man als Berliner natürlich um das große Potenzial der Schalker, insbesondere in Person von Leon Goretzka und wird sich nicht dem Irrglauben hingeben, dass ein Sieg selbstverständlich ist. Aber ein klein wenig fühlt man sich dieses Mal schon, auch wenn es ungewohnt ist, als Favorit und will die Heimserie aufrechterhalten. In diesem Sinne: Glück auf!

 

Gleichzeitig haben wir uns übrigens auch auf herthabase.de verewigt, mit einem taktischen Ausblick auf das Spiel. Den Beitrag könnt ihr hier lesen.

 

Max

Max

Laptop-Trainer (ohne Trainerschein, aber mit Laptop).

Ist einer von diesen "Taktik-Liebhabern", die sich auch die langweiligsten Spiele schön reden. Trauert bis heute Ivan Rakitic hinterher und schaut - sofern Schalke nicht grade spielt - ab und zu gern Spiele des FC Arsenal.
Max

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