DFB Pokal Runde 2: Wiesbaden – Schalke: Unser Senf zum Spiel

Schalke schlägt erwartungsgemäß den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden und macht es, traditionell ebenfalls erwartungsgemäß, zeitweise trotz komfortabler Führung wieder spannend. Eigentlich müsste man hier mal Bastian Oczipka hervorheben, denn der frisch gebackene Vater hatte mit zwei Torvorlagen maßgeblichen Anteil am Sieg. Die Geschichte des Spiel ist aber dennoch die zweier Stürmer, zusätzlich einem Fragezeichen beim dritten Angreifer.

Voll im Lauf. – Guido Burgstaller

Gäbe es ein Wörterbuch über Fußball-Umgangssprache, dieses Spiel könnte man unter „einen Lauf haben“ finden. Während er zu Beginn der Saison noch nicht so Recht im in Schwung kam – und auch vor Berlin nur in zwei Spielen länger als 45 Minuten in der Liga spielte – ist er nun offenbar wieder da, wo er in der letzten Saison aufhörte: fünf Torbeteiligungen in drei Spielen. Seine letzte, die „Vorlage“ zum 0:3 ist einfach ein Paradebeispiel dafür, was man machen muss wenn man einen Lauf hat um Tore zu schießen: völlig egal, der Ball geht schon irgendwie rein.

Was mir abgesehen von seinen Toren – Tore für Schalke sind immer wunderschön – aber besonders gefällt: seine Art Fußball zu spielen. Und damit meine ich nicht einmal dass er sich in jedem Spiel zerreißt, ständig (klug!) hin und her rennt, rackert und arbeitet, sondern seine Ballbehandlung. Eine halbwegs passende Beschreibung will mir hier nicht so richtig einfallen. Wenn es eine positive Form von „Körperklaus“ gibt (Bedeutung: ungeschickt, Grobmotoriker), wäre dies wohl das passendste. Während man, wenn Guido am Ball ist, schnell an Freizeitkicker denken kann, fühle ich mich immer ein klein wenig an Gerd Müller erinnert. Der hat auch immer „irgendwie“ gegen den Ball getreten. Aber immer „irgendwie richtig“.

 

Startet einen Lauf? – Franco di Santo

5. März 2016, 1:3 Auswärtssieg in Köln. 599 Tage. Solange ist es her dass Franco di Santo zuletzt für Schalke traf. Zur Einordnung: mit ihm auf dem Platz an diesem Tag: Younés Belhanda, zwei Vorlagen steuerte Pierre-Emile Højbjerg bei und eingewechselt wurde di Santo zur 73. Minute für Klaas-Jan Huntelaar, von Trainer André Breitenreiter.

Seine Reaktion nach dem Tor beschreibt alles sowohl wunderschön, als auch besser als man es irgendwie niederschreiben könnte. Herzlichen Glückwunsch Franco, du hast dir, wie man es auf Schalke immer fordert, den methaphorischen Arsch aufgerissen und es dir redlich verdient. Ich drücke dir – völlig uneigennützig natürlich 😉 – die Daumen, dass damit der Knoten geplatzt ist und es nun bei dir auch „läuft“.

 

Läuft nicht? – Breel Embolo

Tedesco sagte über Embolo in der Presskonferenz vor dem Spiel dass Breel gerade in einem „Formtief“ sei.

„Er hatte zuletzt wenig Frische, ist wenig gelaufen, hat wenig Kilometer abgespult und war wenig im intensiven Bereich unterwegs. Das sind alles Symptome, die dafür sprechen, dass er nicht die beste Zeit hatte. Wir wissen alle, was Breel kann. Es geht darum, ihn zu beschützen. Manchmal ist es gut ihn zu unterstützen, indem er spielt. Aber manchmal ist es besser, wenn er Spieler-Ersatzeinheiten hat, die ihn von der Belastungssteuerung gut tun.

Ich habe ehrlich gesagt aktuell ein wenig Angst um Breel, so wie er am Dienstagabend auf dem Rasen unterwegs war, wirkte er völlig teilnahmslos und unmotiviert. Ein wenig mag dies auch dem Spielstand und dem nicht gegebenen Foul an ihm geschuldet sein, aber dass er so sehr wie ein Fremdkörper wirkte, nicht nur in der Mannschaft, sondern generell auf einem Fußballplatz, machte mir ein wenig Angst.

Hoffen wir, dass es nur ein Formtief ist, dass Breel da bald wieder raus kommt und dass wir nicht noch mal 599 Tage warten müssen bis der nächste Stürmer endlich wieder trifft.

Glück auf!

Max

Max

Laptop-Trainer (ohne Trainerschein, aber mit Laptop).

Ist einer von diesen "Taktik-Liebhabern", die sich auch die langweiligsten Spiele schön reden. Trauert bis heute Ivan Rakitic hinterher und schaut - sofern Schalke nicht grade spielt - ab und zu gern Spiele des FC Arsenal.
Max

4 Kommentare zu “DFB Pokal Runde 2: Wiesbaden – Schalke: Unser Senf zum Spiel

  1. danke. Bei mir sind sofort die Alarmglocken angegangen, als ich die ersten Kommentare zu Embolos Auftritt gelesen habe. Eine einjährige Auszeit ist hart für jeden Erwachsenen und eine schwere Belastung. Wenn man noch so jung ist, wie Breel, steht der Verein in besonderer Verantwortung, sich um den Menschen zu kümmern. 20 Mio. hin oder her. Hoffen wir, dass das Anlaufschwierigkeiten sind.

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    1. Wie Tedesco schon sagt, ich denke man muss den Jungen auch ein wenig vor sich selbst, vor zu hohen Erwartungen an sich selbst, dass alles sofort wieder wie vor der Verletzung klappt, schützen.

      Ich traue Tedesco aber zu, dass er das, wie es so schön neudeutsch heißt, moderiert bekommt. Das er Breel klar machen kann, dass es einfach Zeit braucht. Und es sicherlich nicht alles sofort klappen kann und er sich dann aber nicht hängen lassen darf, sondern „einfach“ weitermachen muss.

      Irgendwann wird dann hoffentlich der Knoten wieder platzen.

      PS: und wie wütend das mich direkt wieder macht, was damals für Hetzjagden auf Jones und Geis gemacht wurden und wie wenig Stafylidis sich dafür rechtfertigen musste bzw. wie wenig dieses dämliche und brutale Foul ein Thema war. Eines, dass die Ende der Karriere hätte bedeuten können. Und nicht, dass wir uns da falsch verstehen, eine Hetzjagd auf ihn will ich ebenso wenig. Aber die Relationen pass(t)en einfach nicht.

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