7. Spieltag: FC Schalke 04 – Bayer Leverkusen 1:1. Unser Senf zum Spiel

Dieses Spiel hat sehr gut gezeigt, wo das Team um Domenico Tedesco derzeit steht. Viel Engagement, viel Laufbereitschaft, taktische Disziplin, mannschaftliche Geschlossenheit und Ausgewogenheit. Aber auch fehlende Funktionen im offensiven Drittel und noch ausbaufähige Konterstärke und Killerinstinkt vor dem gegnerischen Tor.
Leverkusen begann sehr stark. „Stark“ meint, mit dem Willen und der Fähigkeit, Blau-weiß unter Druck zu setzen. Das hat schon nach 10 Minuten zur Folge, dass ein über 95 Minuten überforderter Kommentator meint, das Stadion würde murren. Fakt ist: Der Mannschaft war jederzeit klar, dass der Gegner brandgefährlich sein kann und das auch war.  Unser Auftritt in der ersten Halbzeit ist vielmehr davon geprägt gewesen, dass wir Spielkontrolle errungen haben, dazu gehört nicht unbedingt Ballbesitz. Das ändert sich in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit, die Mannschaft beginnt, Akzente nach vorne zu setzen. Auch wenn es das 1:0 aus einer Standardsituation fällt, ist es folgerichtig. Der Umstand, dass wir bis zum Ausgleich und danach den Sack nicht zumachen, ist im Prinzip erklärbar. Breel Embolo hat sich 50 Minuten lang so desorientiert über den Platz bewegt, als sei er das erste Mal in einem Stadion aufgelaufen, Harit ist kein Knipser und Burgstaller fehlen die Anspiele von Schöpf. Von Konnopke bekommt er auf jeden Fall keine. Und was genau Domenico Tedesco über Franco diSanto weiß, was wir nicht wissen, wird die Zeit zeigen. Er bricht hier schon zum wiederholten Mal seine Prinzipientreue. Denn der Mann ist kein bundesligatauglicher Stürmer.

Überhaupt: Wenn ich eine Sache an DT verändern würde, ist es sein Umgang mit Auswechslungen. Mir ist das oft zu spät und zu wenig Max Meyer.

Mein Kurzfazit: Wie schon in Hoffenheim ein sehr starker Auftritt. Man darf nicht übersehen, dass auch Leverkusen das Spiel hätte gewinnen können. Ich finde das insgesamt sehr unterhaltsamen Fußball, mit einer Mannschaft, die Kampfstärke, Teamgeist und moderne Aspekte sehr gut integriert. Die Arbeit des Trainers ist sowohl taktisch als auch technisch spürbar. Mit zehn Punkten nach einem durchaus sehr anspruchsvollen Startprogramm (Läbzsch, Bayern, Hoffenheim) bin ich zufrieden.

Ausblick: Es fällt auf, dass das Team jetzt Unwuchten hat. Im nächsten Spiel werden schon die Verteidiger knapp. Die Außenpositionen sind nicht doppelt besetzt (Caliguri, Oczipka), in der Mitte stehen sie sich auf den Füßen. Mal schauen, ob der Trainer auch zaubern kann.

Glück auf. Ein schönes Wochenende, ihr Knappen.

Christian

Christian

Nach der aktiven Karriere (Champions League-Teilnahme mit den Schäl Sick Rastellis) erfolgloser Demotivationstrainer an ostdeutschen Theatern. Jetzt Vertreter (u. a. von gebrauchten Interessen). Windows 98-Experte. Vater. Genosse. Ostfriese. Schalker. Kommunen-Koch.
Christian

Ein Kommentar zu “7. Spieltag: FC Schalke 04 – Bayer Leverkusen 1:1. Unser Senf zum Spiel

  1. Ein treffender Text, der eigentlich alles sagt zum Spiel. Schalkes Problem liegt vorne. Ich teile Christians Bemerkung zu Di Santo. Dass Embolo noch länger seine Form suchen wird, war auch klar. Habe im August nicht ganz verstanden, warum Schalke nach den vielen Transfereinnahmen nicht noch einen guten Stürmer verpflichtet hat. Jetzt fehlt er, weil auch Burgstaller eher Mittelmaß als Klasse hat.

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