#ChancefürDonis

Die Saisonvorbereitung des S04 nimmt ihren Lauf, der Kader steht weitgehend, aber es gibt noch Abschiedskandidaten: Sidney Sam und Donis Avdijaj.

Die Zeit von Sam auf Schalke ist für beide Seiten eine einzige Enttäuschung gewesen.  Der Fall Avdijaj jedoch ist anders.

Donis ist ein Spieler, der mir als Fan und Mitglied erst mal gefällt. Kam mit 14 zum S04 in die Knappenschmiede. Durchlief die Jugendteams, zum Teil im Turbotempo, spielte sich im Frühjahr/Sommer 2013 mit 44 Toren in 26 Spielen direkt von der U17 in die U19 und wurde parallel westdeutscher Jugendmeister mit U19 und U17 und U19-Westfalenpokalsieger. Siegtor gegen den BVB? Donis, na klar. Da war er 16.

Eigen war er da schon: wenn Mitspieler Fehler machten, beschwerte er sich schon mal lautstark während des Spiels über die Mitspieler in Richtung Trainerbank, wie Mitbewohner Chris und ich selbst beobachten durften, bei Hertha – Schalke (U17) am 09.06.2013. Aus dem kann was werden, dachten wir, aber muss noch viel lernen. (Da stand auch ein gewisser Leroy Sané auf dem Platz, andere Geschichte.)

In der Saison 2013/14 spielte er U19, trainierte immer wieder mit den Profis, durfte mit ins Wintertrainingslager. Im Frühjahr 2014 dann der Profivertrag ab Sommer mit 5 Jahren Laufzeit und der ominösen 49-Millionen-Klausel. Bis dahin hatte er noch keine Pflichtspiel-Minute im Profi-Fußball gespielt.  Da war er 17.

Dann stockte die Turboentwicklung. Verletzungen. Die – sinnvolle – Ausleihe nach Graz, mit einigen erfrischenden Interviews und sportlich ordentlichen Leistungen, leider auch wieder durch Verletzungen unterbrochen.

Vorige Saison zurück auf Schalke. Wieder Verletzungen, aber wenn er bei den Profis spielte, spürte man: der hat einfach Bock auf Fussi im blauen Trikot.

Neue Saison, neuer Umbruch, und jetzt heißt es: Donis kann gehen. Er sieht sich als erweiterten Stammspieler. Die sportliche Leitung nicht. Tschüß dann. (Wieviel ist eine 49-Millionen-Klausel in so einem Fall wert?)

Das gefällt nicht allen, auch mir nicht. Mitbewohner Chris schrieb neulich, dass auf Schalke in der Vergangenheit nicht alles schlecht war, aber eben auch nicht richtig gut, irgendwas passte immer nicht zusammen. So auch hier. Donis ist jetzt 20 und heißt „Danke, das wars“, er sei nicht gut genug, sein eigener „Endgegner“.

Endgegner? Nicht nur bei solchen Formulierungen sträubt sich was in mir. Für so einen Spieler ist auf Schalke keinen Platz? Selbst ausgebildet, ehrgeizig, vielleicht ein bisschen bekloppt, dabei aber ehrlich und offen, einer, der geil ist auf’s blaue Trikot. Und auch noch mindestens ein bisschen kicken kann, und dennoch soll mit mit 20 Schluß auf Schalke sein. Für mich, und ich bin da nicht allein, steckt in ihm noch so viel positive Energie, die brachliegt. Her damit!

Selbst wenn die Entscheidung schon gefallen und das Fußballgeschäft maximal unsentimental ist:

#ChancefürDonis, für den immer noch jungen, schrägen Individualisten, für die Schmiede, für’s Herz.

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Joe

Joe

Schalker, Berliner, Sauerländer, Rechtsanwalt Jahrgang 73, und nun auch noch Blogger und Kommmunen-Mitgründer.
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