2. Spieltag: Hannover – Schalke, unser Senf zum Spiel

Das alte Schalker Führungsduo schlägt das neue, mit den Mitteln die man eigentlich gern auf Schalke sehen möchte: hohes Pressing, Zweikampfstärke und läuferischem Einsatz bis zum Umfallen. Wir geben wieder unseren Senf dazu:

Max:

Gegen Leipzig hat man schon gesehen wie Tedescos Plan gegen hohes Pressing aussieht: Hohe Bälle auf die Stürmer, Ablagen und zweite Bälle nutzen, und über die schnellen außen durchstarten. Klingt sehr einfach, ist es auch und natürlich gibt es auch Mittel und Wege dagegen vorzugehen. Hannover hat, neben dem sehr aggressiven und hohen gespielten Pressing, es auch geschafft die hohen Bälle gut zu verteidigen und Schalke damit ebenso komplett aus dem Spiel zu nehmen, wie Schalke zuvor Leipzig.

Ich habe auf Twitter mehrfach Aussagen zum Spiel gelesen, die sinngemäß bemerkten, dass diese hohen Bälle ja ideenlos seien, und man damit ja sowieso nichts wird.

Ja und Nein. Es gibt im Grunde zwei Möglichkeiten ein derart hohes Pressing zu umspielen. Die eine ist die „sichere“ Variante, der hohe Ball. Gelingt dieser, findet man sich schnell in einer guten Position wieder. Wie das funktionieren kann, hat man gegen Leipzig gesehen. Natürlich ist das auch relativ einfach zu verteidigen, der große Vorteil dabei ist jedoch: wird es verteidigt, bekommt der Gegner den Ball in ungefährlichen Räumen, irgendwo an der Mittellinie.

Die zweite Möglichkeit: Mittendurch, entweder mit kurzen, schnellen Ballstaffeten, oder Dribblings. Letzteres hat man zwischendurch bei Harit, aber auch bei Meyer gesehen. Wird eine Reihe pressende Gegenspieler ausgespielt, steht man ebenso wie bei einem geglückten langen Ball auf einmal vor relativ wenigen Gegenspielern und kann Tempo aufnehmen. Das Problem an diesen beiden Wegen ist jedoch: Genau das will der Gegner eigentlich, denn das Risiko eines Ballverlustes ist relativ hoch und vor allem: er findet wahrscheinlich näher am eigenen Tor statt. Wie das dann aussieht, hat Thilo Kehrer uns leider sehr gut aufgezeigt. Natürlich war der Pass so wie er gespielt war mies. Hätte Bentaleb aber diesen Ball bekommen und weiter verwerten können: es wäre vermutlich ein aussichtsreicher Angriff für Schalke geworden, denn plötzlich wäre Platz da gewesen. Tedesco sagte auch im Interview nach dem Spiel, bezogen auf diesen Pass, dass es „eine gute Idee war, damit den Gegner zu locken“.

Planlos war Schalke nicht, es war auch kein sportlicher Offenbarungseid, obwohl das wegschlagen des Balls unter Bedrängnis natürlich immer nach „Hauptsache weg!“ aussieht. Schlecht durchgeführt war es dennoch, dass Hannover das Pressing aber auch tatsächlich sehr gut aufgezogen hat, sollte man dabei nicht vergessen.

 

Philipp:

Schalke verfällt wieder in alte Muster. Spaß gemacht hat das nicht. Hinten stand man relativ solide, aber ein Fehler reichte zur Niederlage. Vorne war nicht alles schlecht, doch ab dem 16er ging nichts mehr. Di Santo ohne Effektivität, Burgstaller noch nicht bei 100 %. Leider kamen die Flanken nicht sehr gut, zumindest nicht auf die Kopfballstarken. Nach dem Rückstand dann leider das, was wir in den letzten Jahren schon gesehen haben. Kein Aufbäumen, man hatte hier nicht das Gefühl, dass noch was geht. Die Messlatte war nach dem ersten Spiel hoch und sicherlich kann keiner erwarten, dass man jetzt jedes Spiel gewinnt. Wer aber gegen eine Aufsteiger verliert, wird es gegen andere nicht leicht haben. Bitte, liebe Schalker, fallt nicht in diese alten Muster zurück, das will keiner!

Max

Max

Laptop-Trainer (ohne Trainerschein, aber mit Laptop).

Ist einer von diesen "Taktik-Liebhabern", die sich auch die langweiligsten Spiele schön reden. Trauert bis heute Ivan Rakitic hinterher und schaut - sofern Schalke nicht grade spielt - ab und zu gern Spiele des FC Arsenal.
Max

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